Fünf gute Gründe, warum sich Überschriften, wie diese bald erledigt haben werden. Grund sechs wird Sie verblüffen

Fünf gute Gründe, warum sich Überschriften, wie diese bald erledigt haben werden. Grund sechs wird Sie verblüffen

 

Geht Ihnen das auch so? Kaum hat man den Heftig&Co.-Stil einigermaßen begriffen, geht er gewaltig auf den Geist. Wie alle Dinge, die zu übertrieben, zu aufgesetzt und zu häufig kopiert werden. Egal, ob Pressemitteilung, Werbetext oder als journalistischer Beitrag verkaufter Anzeigentext.

Manchmal bitten mich Bekannte, Netzwerkfreunde oder Kunden um eine Stellungnahme zu ihren Texten. Dauert ja nicht lange und sollte daher möglichst auch nichts kosten. Nicht immer lasse ich mich darauf ein. Schließlich gilt für Architekten, IT-Berater und Personal Trainer, was nix kostet, kann nix wert sein und die Rechtsberatung vom Schwager gibt es schon gar nicht kostenfrei. Sowieso bedankt sich am Ende keiner, wenn schnell klar wird, dass den Text nur eine völlige Neubearbeitung retten kann.Fluch-mit-Floskeln

Völlig kostenlos und exklusiv für Sie anbei die fünf häufigsten Textschwächen, die Sie unbedingt meiden sollten:

    1. Heiligenkult: Der Protagonist der Meldung erscheint groß, glänzend, geradezu göttlich. Sorry, das ist absolut unglaubwürdig und zudem langweilig. Zur Anbetung betreten wir doch lieber den Kölner Dom. Und selbst da gilt: „Zu viel Weihrauch schwärzt den Heiligen.“
    2. Fluch der Floskeln: Manchmal frage ich mich, ob das Zwei-Augen-Prinzip oder die Zwei-Gehirne-denken-weiter-Gleichung nicht mehr gelten. Oder warum sonst hinterfragt niemand die Abhäufung ausgetretener Adjektive („erfolgsorientiert, kreativ und innovativ“) oder Floskeln wie „aktive Mithilfe“ . Was soll denn passive Mithilfe sein oder gar bringen? Besser liefern Sie Fakten, aufgrund derer der Leser seine eigene Schlussfolgerung zieht: Mensch, das ist ja mal ein innovativer Unternehmer!
    3. Zahlenwahn: Apropos Zahlen, übertreiben Sie es lieber nicht und liefern wirklich nur neue und vor allem Ihre eigenen Zahlen. Also nicht: „57% der Deutschen fühlen sich gestresst…“  Wenn das wirklich für Ihren Text wichtig sein sollte, dann bitte schön mit einer vernünftigen Quellenangabe.
    4. Narrativ als Norm: Ja, schon gute Geschichten gehen immer, aber wenn wir alle nur noch erzählen, schreiben und verbreiten, wer soll all das Zeugs denn konsumieren?
    5. Trittbrett: Aufmerksamkeit erheischen Sie bestimmt nicht, wenn Sie der Hunderste sind, der den Heftig-&Co-Stil oder was sonst noch gerade angesagt ist, kopiert. Übrigens müssen wir bei der Kopientiefe gar nicht so weit gehen: „Wenn zwei Menschen immer wieder die gleichen Ansichten haben, ist einer von ihnen überflüssig“, soll schon Churchill gesagt haben. Trendbewusstheit und nicht -blindheit bewahrt Sie übrigens auch vor albernen Rankings („die zehn schönsten Strände, die sechs kürzesten Lügen…) wie diesen hier. Oder ist das jetzt schon Tipp sechs?

 

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