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Man braucht immer einen Plan C

Zuhören zählt in Zeiten von Pandemie und Panikmodi: Für Ältere, Kranke und Alleinstehende ist das Telefon der einzige Draht zur Welt, wo sie auch mal Sorgen und Ängste loswerden können. Hier ist das offene Ohr, aber nicht die Verhaltensmaßregelung gefragt. Oder anders gesagt, weghören sollten wir bei…

  • Contentmüll: Wenn es einen guten Podcast von einem Virologen gibt, dann muss nicht noch jeder selbsternannte Coach mit banalen Lebenshilfen einen draufsetzen. (Das gilt natürlich auch für dieses Blog, ehrlich, ich verspreche Besserung…)
  • Orakelsprüchen: Man muss kein Wirtschaftsweiser sein, um zu verstehen, das hier ist groß und ja, vermutlich größer als die letzte Finanzkrise. Aber wem nützen tiefschwarze Prognosen? Auf jeden Fall Hamsterkäufern, Spekulanten – und vielleicht sogar dem Mitbewerber! (Das „Edelman Traust Barometer“ hat gezeigt, dass in Krisenzeiten auf die Kommunikation des Arbeitgebers viel gegeben wird – nutzen Sie das mit Besonnenheit und für ehrlichen Austausch.)
  • Realitätsverlust: Verschwörungstheorien, Fake News, Lügen – bitte nicht alles glauben und schon gar nicht teilen, was über Whatsapp reinkommt. Auch wenn es schwerfällt, jetzt ist Impulskontrolle gefragt! (Wer einem Youtube-Video glaubt, dass man sich mit Nagellackentfernern die Hände desinfizieren könnte, und dann mit gefühllosen Fingern ins Krankenhaus fährt, darf sich nicht über schlechte Behandlung wundern. Die haben, weiß Gott, anderes zu tun. Und vielleicht hilft ja auch das: Facebook-Verzicht soll auch in erregten Zeiten glücklich und gesünder machen.)
  • Oma-Tipps und Enkeltricks 20.0: Oma allein zu Haus, das mag ja das Ansteckungsrisiko minimieren, gesund ist es sicherlich nicht. Wie soll denn eine 80-Jährige nach fünf Wochen Stubenarrest wieder auf die Beine kommen? (Merke: Nicht nur Corona kann töten, Vereinsamung kann das auch.)
  • Nassauern: Die Zeit für Vollkasko ist passé! (Was manchem, der in guten Zeiten möglichst keine Steuern zahlen wollte, jetzt nicht hindert, laut nach Unterstützung zu rufen.) Aber ich kenne auch viele Zeichen von Solidarität: Ein IT-Berater, der gut zu tun hat, macht mit beim Tithing, ein Zehntel seiner Einnahmen will er spenden. Er sagt:

Corona trifft die Ärmsten der Armen besonders hart

Auch abgesagt: Vesperkonzert Trompeter Basler Münster
  • Angststarre: Basteln, Gärtnern, Lesen, Wandern – es gibt noch viele Tätigkeiten, die wir tun dürfen und das kann sehr produktiv sein. Lassen wir Ängste nicht zur Hauptsache werden, geben wir dem eingeschränkten Alltag eine Struktur, bleiben wir kreativ. Bitte unbedingt auch Pausen und kleine Freuden einplanen! (Bekanntlich braucht es immer einen Plan C…)
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