Rubbeln Sie sich zum nächsten Bahnstreik

Rubbeln Sie sich zum nächsten Bahnstreik

Wenn Herz und Hirn nicht richtig zusammenarbeiten, kommt am Ende meist Murks dabei raus. Ein Beispiel: Mich erreicht ein Kundenmailing der Deutschen Bahn. Weil ich vor JahreP1070512n mal eine Bahncard besaß, bin ich nun im Verteiler drin. Da kann man nichts machen. Warum ich dennoch die Post öffne, ein Gewinnspiel finde, tatsächlich mitrubbele und eine Bahncard für 5 Euro gewinne, ich kann es nicht genau sagen. Hat sicher irgendwas mit Neugierde, Spieltrieb und Unterbewusstsein zu tun. Eine Bahncard für 5 Euro ist ja nun aber auch tatsächlich fast geschenkt, sage ich mir – und schon bin in die Marketingfalle getappt. Denn 5 Euro sind immer noch zu viel, wenn man gar nicht mit der Deutschen Bahn fährt. Das heißt, fahren könnte ich nächste Woche schon, nur fährt die Bahn halt nicht – die Zeiten und Zeichen stehen auf Streik.

Einen Tag vor Fristende, nehme ich meinen „Gewinn“ wieder zur Hand und lese: Einloggen auf www.bahn.de und bei der Bestellung einer BahnCard 25, 2. Klasse in dem Feld „eCoupon“ den Gewinncode eingeben. Das klingt einfach, auf jeden Fall einfacher als es ist, denn als ich den Anweisungen folge, finde ich alles wie beschrieben, nur kein Feld „eCoupon“. Nicht einmal meinem Sohn gelingt das, der wahrlich in solchen Sachen kein Dummer ist und das regt mich nun ziemlich auf: Zwei Leute verschwenden Lebenslauf auf ein Gewinnspiel, das keinen Gewinn bietet.

Als ich am nächsten Tag bei der Deutschen Bahn anrufe, heißt es, ich hätte die Option „Sofort ausdrucken und losfahren“ statt die „per Post nach Hause bestellen“ wählen sollen. Was für ein Blödsinn, wenn ich doch aktuell gar nicht losfahren will, geschweige denn kann. Die Begründung: „Das ist doch ein eCoupon, das steht für Online Gewinnspiel, das muss auch online eingelöst werden.“ Noch mehr Nonsens geht nicht: Ich habe das „Online Spielchen“ auf dem Postweg erhalten und auch „offline“ gerubbelt – und mir damit noch gleich die Tischdecke versaut. Egal, die nette Dame begleitet mich durch das Programm und warnt noch bei der Verabschiedung: „Nicht wundern, dass da noch die 62 Euro stehen, das wird dann verrechnet.“ Womit? Aber da ist sie schon weg und ich werde vom Buchungsportal und der Deutschen Bahn begrüßt: Vielen Dank für die Bestellung einer BahnCard 25! Den Betrag in Höhe von 62,00 EUR buchen wir von folgender Bankverbindung ab! Was also bleibt? Storno, Streik und der Schlussstrich unter alle „Spielchen“: Daumen runter statt Daumen drücken für die dümmste BahnCard 25 aller Zeiten!

 

 

 

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