Yoga für Twitterer

Yoga für Twitterer

Schon sechs Wochen auf Twitter und noch nie etwas von „Hashtag“ gehört! Klingt ja auch beim ersten Mal nach Kifferparty oder Mittagstisch mit Hackfleisch. Jedenfalls, wenn man im Englischen wenig versiert ist und wie ich nicht weiß, dass „Hash“ auch für das Rautenzeichen steht. Bis meine Freundin Astrid mir erklärt, dass sie Twitter eigentlich nur nutzt, wenn es mal ganz schnell gehen muss. Wenn sie zum Beispiel noch Karten für eine Datscha-Party erwerben möchte (keine Ahnung, was eine Datscha-Party ist, irgendetwas mit russischer Musik, spielt hier aber auch keine Rolle). Dann setzt sie den Hashtag vor Datscha – und hat Minuten später tatsächlich zwei Karten – Freikarten sogar. Scheint so eine Art Zauberwerkzeug zu sein. Warum erklären die einem so etwas nicht bei der Einweisung, frage ich mich. Stattdessen finde ich nur halbgare Anleitungen im Netz. Ein Twittertraining, das nie beendet wurde und von dem nur Google allein weiß, warum es im Ranking ganz oben steht. Besser, aber auch noch „in Arbeit“ die Anleitung Twitter für Einsteiger von dpa-Redakteur Christoph Dernbach. Aber auch da wird mir nicht ganz klar, wie ich mit der Verschlagwortung umgehen soll – macht das nur bei schon bestehenden Hashtags Sinn oder soll ich eigene setzen? Und wie finde ich die bestehenden, die zu meinem Thema passen? Twitter listet mir unter Trends ein paar Hashtags auf: #sätzeunsererkindheit, #OverUsesWords und #TheyAreComing. Wer oder was auch immer kommen mag, die Aliens, Dinos oder eine TV-Serie über Grenzfälle des FBI, egal, alle diese Sammlungen sind für mich sinnlos, mehr Haschmich als Trend. Aber vermutlich erübrigt sich die Sache sowieso, wenn man gerade mal sieben Follower hat und selbst nur 20 Personen folgt. Und schon mit diesen 20 überfordert ist, weil sie so viele, teilweise unverständliche Kurzmeldungen in so kurzer Zeit abgeben. Ich lese:

Sergey Brin explains Project #Google Glass http://wp.me/p80u8-1cI

Da ist er wieder der berühmte Hashtag und offenbar ein Hinweis auf den eigenen Blog des Verfassers. Während ich noch grübele, was Google Glass sein mag, kommt schon der nächste Tweet von Spiegel Online. Ich atme tief durch, ich habe noch viel zu lernen auf Twitter, so scheint mir. Ich denke an die Worte meiner Yogalehrerin:

Es gibt kein Gestern, kein Morgen, es gibt nur diesen Moment. Was gerade passiert ist, ist schon vorbei. Lass los. Sei jetzt ganz bewusst hier, bei dir, beim Yoga.

Die hunderttausend Twittermeldungen sind schon passé, wenn sie bei dir eintrudeln. Lass los!

Twitter macht Yoga

Twitter macht Yoga

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