Von der Kunst der Kontaktaufnahme

Von der Kunst der Kontaktaufnahme

Blogs, Netzwerke, Foren, Mails: Kommunikation wird nicht einfacher, sondern selektiver, schreibt mir Internetunternehmer Markus Willnauer. Wohl wahr. Besonders wenn man sich als Spielball von Anfragen per Mail,Telefon oder Post fühlt und nur noch reagiert – mit Abwehrhaltung. Erste Barriere für die redaktionelle Kontaktaufnahme ist oft das Sekretariat. Hier lautet die Devise: 1. Keine Durchwahlen rausgeben. 2. Die Spreu vom Weizen trennen, indem schon mal nachgefragt wird, worum es geht. 3. Möglichst viel abwimmeln. Zum Beispiel durch diesen Satz: „Schreiben Sie doch eine Mail. Herr Schlierenkamp meldet sich dann bei Interesse.“

Natürlich meldet sich Herr Schlierenkamp nicht. Er ist auch beim zweiten, dritten und sogar sechsten Mal nicht zu erreichen. Und immer wieder kommt die Zentrale, deren Stimme ich schon kenne, aber deren Namen ich mir nicht merke – was übrigens ein Kardinalfehler ist – mit demselben Vorschlag. „Mails sind wohl kaum ein geeignetes Medium der Kontaktaufnahme“, entgegne ich, nun schon leicht ungehalten, denn ich fühle mich keinesfalls als Bittsteller, sondern ich habe etwas zu bieten. Einen Kooperationsvorschlag und er passt genau zum Medium „Lenz„, deren Reiseredakteur ich seit Tagen zu erreichen versuche. „Herr Schlierenkamp bekommt gar nicht so viele Mails“, versucht die Zentrale meiner Hartnäckigkeit Herr zu werden, „höchstens drei bis fünf am Tag. Und wenn er darauf nicht antwortet, hat er einfach kein Interesse. So handhaben wir das immer.“ So einfach ist das also. So einfach? Traumhaft, nur drei bis fünf Mails, aber mich macht das hellhörig. Ich frage nach. Und endlich bekommme ich die entscheidende Auskunft, die das Impressum nicht preisgab: „Herr Schlierenkamp ist eine Aushilfe, er vertritt das Reiseressort nur bis die Stelle wieder neu besetzt wird.“

Es ist Freitag, es ist spät, zwecklos jetzt noch den Chefredakteur anzurufen. Ich schreibe tatsächlich eine Mail. Zwei Tage später, es ist Sonntag, Post vom lenzmagazin.de Es ist eine persönliche Antwort vom Chefredakteur Jürgen Sinn. Und sie ist positiv. Das hätte ich wirklich einfacher haben können.

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