PRetikette

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Ganz sicher halten Sie sich Medienvertreter zukünftig vom Hals, wenn Sie jede Frage hinterfragen : “Ich verstehe Ihre Frage nicht.” Allüren, Kraftausdrücke und Selbstverherrlichung können sich vielleicht Politiker, Stars und Fußballprofis erlauben. Aber Sie sind ja nicht Kinski und der ist bekanntlich auch nicht mehr.

 

Screenshot Unmögliches Interview mit Klaus Kinski

Vergewissern Sie sich vor dem Gespräch Ihrer Leistungen, Botschaften und Erfolge. Stellen Sie sich die allerschlimmste Frage vor, die auf keinen Fall gestellt werden sollte. Meistens kommt sie nicht, aber wenn doch sind Sie schon mal vorbereitet. Sie können gerne per Videomitschnitt mit einem Partner oder noch besser einem Medientrainer trainieren. Überprüfen Sie dabei, ob Sie kurze, klare Antworten geben. Aber üben Sie das nicht kurz vor dem Gespräch. Das wirkt dann oft einstudiert. Schließlich bergen alle guten Tipps zur PR-Etikette und die Ratgeber zur Körpersprache eine Gefahr: Dass Sie Ihre Körpersprache auf Null bringen, sich nicht vom gedanklichen DinA4-Blatt unter Ihren Schuhsohlen wegbewegen und komplett austauschbar rüberkommen. Auch nicht beliebt: Gesprächspartner, die Insiderwissen verbreiten und dann mit der Schere kommen: “Das schreiben Sie jetzt aber bitte nicht.” Schön dagegen: Gesprächspartner, die in Geschichten denken und diese persönlich und lebendig rüberbringen. Wie der Abiturient, der gegen die Schulempfehlung Fleischer wurde, sich gleich am ersten Ausbildungstag einer blutigen, stinkenden Schlachtprobe unterziehen musste und es dann doch zum Gesellen und “Diplomingenieur Lebensmitteltechnik” gebracht hat. Das greift die gängigen Vorurteile gegenüber dem Berufsbild auf, stellt sie aber nicht Frage, sondern zeigt Perspektiven auf, wie damit umzugehen und was damit zu erreichen ist. Eine schöne, lebendige Geschichte.

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