Quälerei mit Mailerei

Quälerei mit Mailerei

Eine Freundin schickt mir eine Rundmail: Einladung zu Apfelkuchen, nette Leute treffen – und den Pinsel schwingen. Mit anderen Worten eine Einladung zur Wochenendarbeit, gratis. Im Prinzip kein Problem. Mir haben auch schon Leute bei der Renovierung oder beim Umzug geholfen. Aber ich habe die persönlich und ganz direkt gefragt und um Hilfe gebeten. Rundmails sind aus meiner Sicht so ziemlich das ungeeigneteste Medium, um Unterstützung zu bekommen. Selbst mit persönlichen Mails setzt man ja kaum noch Impulse, es sei denn der Empfänger steht einem wirklich sehr nahe. Besonders schlimm trifft es Journalisten: Frank Patalong, Ressortleiter Netzwelt bei Spiegel Online bekommt täglich 600 Mails – Pressemeldungen, Anfragen, Themenvorschläge. Spam nicht mitgerechnet. Aber wer glaubt, Journalisten jetzt per Telefon besser erreichen zu können, irrt. So versuche ich seit Tagen Michael Prellberg, Redakteur FTD „enable“ zu erreichen. Anruf Vormittags, Mittags, Nachmittags, Montags, Mittwochs, Freitags, vergeblich. Das Klingeln führt ins Nichts. Anruf bei der Zentrale: „Der ist telefonisch kaum zu erreichen. Am besten per Mail und wenn Sie Glück haben, meldet er sich bei Ihnen.“ Das klingt gar nicht gut. Was also tun: Vielleicht probieren Sie es ja mal mit der guten alten Briefpost, ein sauber formuliertes Anschreiben, gut aufbereitetes Material. Und wenn Sie in der Redaktion gar nicht landen, dann dürfen Sie ruhig auch mal rückschließen, dass Sie mit Ihren Themen bei den ganz großen Titeln vielleicht einfach nicht richtig sind. Dann ändern Sie entweder das Thema oder den Titel.

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PS. Ich bin am Wochenende nicht zum Pinselschwingen gekommen. Aber vermutlich war ich auch gar nicht gemeint. Meine Adresse stand nur unter cc. Okay, das habe ich zur Kenntnis genommen.


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